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Schrottgrenze: Zerlegung, Verfall, Älterwerden, sich den Kräften hingeben und sich daran erfreuen. - Rocknoise Musikmagazin
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Zerlegung, Verfall, Älterwerden, sich den Kräften hingeben und sich daran erfreuen.

Von Dominik Weber

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Der Name
Wir sind in der Stahlstadt Peine aufgewachsen. Dort gibt es jede Menge Bahngelände und Schrottplätze. Unser Proberaum lag auch in so einer Gegend, in diesem Zusammenhang ist der Name entstanden.

Musikalische Veränderungen
Im Gegensatz zu vielen Bands die aus dem Punkrock-Bereich kommen, haben wir uns nie gescheut uns musikalisch nach belieben weiterzuentwickeln. Mittlerweile enthält unsere Musik Einflüsse aus verschiedensten Bereichen, Indie-Rock, Pop, Post-Rock, Punkrock, sowie auch Funk, Noise und Minimal.

Support für Bela B
Bela B lädt ja generell nur Bands als Support ein, die ihm persönlich gut gefallen und  sorgt bei seinen Shows für einen sehr, sehr hohen Komfort für alle Beteiligten. Die komplette Crew hat uns total nett unterstützt, die Verköstigung und das Drumherum waren toll und das Publikum war sehr offen für uns. Besser kann man es als Vorgruppe nicht haben.

Das Coverdesign des neuen Albums
Das Cover und das Artwork finden wir total wichtig. Jedes Detail des Artworks kommt in den Texten vor, das korrespondiert bei der neuen Platte sehr eng miteinander. In seiner Gesamtheit zeigt das Cover mit seiner fröhlichen Desolatheit auch die Quintessenz der Texte: Zerlegung, Verfall, Älterwerden, sich den Kräften hingeben und sich daran erfreuen. Das ist Schrottism.

Artwork des neuen Albums

© Motor Music

Artwork des neuen Albums

© Motor Music

Artwork des neuen Albums

© Motor Music

Artwork des neuen Albums

© Motor Music

LineUp-Wechsel
Caddy (Schlagzeug) und Pohn (Bass) sind ausgestiegen, da sie intensiver studieren wollten. Durch derlei private Einflüsse hat Schrottgrenze sich aber bereits seit 2005 eher zu einem offenen musikalischen Kollektiv entwickelt, daß von Timo Sauer und mir dirigiert wird. Wir müssen die Band eigentlich jedes Jahr mit neuen Musikern aus unserem Freundeskreis speisen, da immer irgendjemand durch private Umstände zum Ausstieg gezwungen wird. Das ist für uns schon Alltag. Die neue Besetzung mit Christoph Kohler (Bass) und Benni Thiel (Schlagzeug) ist sehr eigenständig und definitv eine der besten, die wir je hatten. Das hat die Arbeit am Album sehr angenehm gemacht, da jeder Ideen beigesteuert hat und wir hoffen das diese Besetzung lange hält.

Gastmusiker auf dem neuen Album
Die Musiker sind alle Freunde von uns, die wir spontan gefragt haben ob sie etwas beisteuern wollen. Es gab einige Parties im Studio, wo wir nachts Gesänge aufgenommen haben, sowie eine Gitarren-Session mit Christof Jessen. Max Müllers Gesang habe ich bei ihm zuhause aufgenommen. Die Musiker bestimmen das Ergebnis zu 95% selbst, das sind ganz spontane Takes ohne Vorbereitung aufgenommen haben, ich hab danach nur noch das ausgesucht, was ich am besten fand.

Gastmusiker auf dem neuen Album sind: Deniz Jaspersen (Sänger und Gitarrist der Band Herrenmagazin), Max Müller (Sänger der Band Mutter), Niclas Breslein (Sänger und Gitarrist der Band Junges Glueck), Christof Jessen (Sänger und Gitarrist der Band Das Weeth Experience), Peta Devlin (Sängerin und Multiinstrumentalistin u.a. Oma Hans, Cow, HooDooGirl u.a.)

Konzerte
Die Konzertanzahl pro Jahr ist unterschiedlich. Es gab Jahre wo wir 80-100 Konzerte gespielt haben. Dieses Jahr sind es nur 35, da wir uns ein Dreivierteljahr Pause gegönnt haben. Daher freue ich mich dieses Jahr aber auf jedes der anstehenden Konzerte, denn wir vermissen das Live-spielen nach dieser Zeit sehr.
Letztes Jahr in der Schweiz war ganz witzig, dort hatte man vergessen uns ein Hotel zu buchen und wir mussten als letzte Schlafmöglichkeit im Mövenpick am Züricher Flughafen einchecken, für umgerechnet 500 Euro pro Zimmer. Flasche Sekt gabs gratis dazu.

Songs des neuen Albums
Judas Maxi Priest – über den Moment der Entstehung von Musik bzw. die mysteriöse Traummaschine ‘Kreativität’
Achtundzwanzig – Wahrnehmungen und Notizen eines 28-Jahre alten Hangovers
Künstler muss schön sein – über Künstler und Erwartungshaltungen (zitiert Marina Abramovic ‘Artist must be beautiful’)
Das neue Wir – Satire über nationale Identität
Die ewigen Patienten – Lobpreisung des körperlichen und geistigen Verfalls in der Großstadt
In Verhältnissen dieser Art – Protestlied von unterbezahlten Arbeitnehmern
Diese Schmerzen – über psychische Leiden
Jesus allein zuhaus – Kurzgeschichte über einen Spieler
Hinterland – Kurz-Trip in eine provinzielle Gegend
Schuldizm – über den Schuldbegriff, basiert auf Bruce Naumans Video “Clown Torture”
In den Zentren – über die Kräfte des Verkehrs und die Euphorie wenn man von ihnen erfasst wird
Kanari – über eine nächtliche Begegnung